Erntejagd auf Raubwild

Rückkehr der Graugans

Text von Redaktion Niedersächsischer Jäger

Vor etwa 50 Jahren begannen in Westdeutschland, den benachbarten Niederlanden sowie in Belgien gänsebegeisterte Jäger, Landwirte und Vogelschützer, die damals ausgestorbene Graugans auszuwildern und in ihrem angestammten Brutareal wieder heimisch zu machen. Heute ist dies in weiten Teilen Niedersachsens gelungen. Doch noch immer bleiben einige Fragen offen.

Nach der Ernte fallen die Graugänse in großen Schofen auf den Stoppeläckern ein, um Getreiderkörner zu äsen.

Die Graugans ist unsere einzige ursprünglich heimische Gänseart, die heute in ganz Deutschland brütet. Ihr Gesamtverbreitungsgebiet reicht von Island bis in die Mongolei, allerdings ist ihr Auftreten immer an Feuchtgebiete gebunden und daher inselhaft zerstreut.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts war sie in Europa weit verbreitet, der Besatz ging dann jedoch dramatisch zurück. Aus dem Westen und dem Zentrum ihres ehemals großen Verbreitungsgebietes war die westeuropäische Grauganspopulation ab Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend verschwunden. Die großflächige Entwässerung der Marschen und Moore, Brüche und Flussniederungen raubte den Graugänsen weitgehend ihre natürlichen Brutgebiete. Zu Beginn der Siebzigerjahre wurde ein Besatz der Graugänse in Nordwesteuropa von nur ca. 30.000 Vögeln angenommen. Brutvorkommen blieben in Nordnorwegen sowie in einigen Teilen Ostdeutschlands erhalten, von wo aus sich die Art seit den 1980er Jahren wieder zunehmend ausbreitet.

Graugänse sind sehr soziale und familiäre Vögel. Beide Elterntiere bewachen und verteidigen ihre Gösselschar.

Wiederansiedlung

In Niedersachsen wurde die Wiederansiedlung vor allen Dingen durch die Jägerschaft und das Landwirtschaftsministerium getragen. Dies geschah ab 1962 am Dümmer, zunächst durch eine Privatperson. Diese Ursprungsvögel stammten von Fehmarn. Am Dümmer hatte sich bis 1980 ein Besatz von rund 90 Paaren entwickelt. In den Jahren 1981 und 1982 wurden, um den Dümmer zu „entlasten“, Vögel von dort an das Große Meer (Ostfriesland), nach Bederkesa, nach Sulingen, zum Steinhuder Meer, nach Neuhaus bei Uslar, Walkenried und Bielefeld umgesiedelt.

Ob sich daraus wieder natürliche Populationen mit einem den Wildvögeln vergleichbaren Zugverhalten bildeten, ist bis heute kaum untersucht. Von Beringungen am niedersächsischen Dümmer und in Braunschweig wissen wir, dass in den 1980ern viele dieser Vögel ein natürliches Winterverhalten zeigten: Es wurden Ringfunde aus Spanien, Frankreich und sogar Nordafrika gemeldet.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im Digitalmagazin des Niedersächsischen Jägers in der Ausgabe 16/2022

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