Prädatoren-Management im Niederwildrevier

Ran ans Raubwild

Text von Redaktion Niedersächsischer Jäger

Die Besätze von Hase, Fasan und Rebhuhn sinken in vielen Revieren immer weiter. Ein Grund hierfür ist die steigende Zahl von Prädatoren sowie die mangelnde Bejagung mit Waffe und Falle.

Grüne Felder, weite Äcker und viel Wasser sind landschaftsbildlich typisch für Norddeutschland. Schon in wenigen Wochen sorgt der Frühling für erstes, frisches Grün. Mit den steigenden Temperaturen sieht man als Naturfreund insbesondere auch das Niederwild wieder vermehrt in seinen Lebensräumen. Balz- und Paarungszeit stelaufen auf Hochtouren. Diese wunderschönen Naturschauspiele zeigen sich aber nur, wenn wir Jägerinnen und Jäger bereits im Vorfeld die Prädatoren „im Auge“ behalten.

Ein kurzer Blick in die bundesweite Streckenstatistik von Fuchs, Dachs, Waschbär und Co. offenbart das Problem: Teilweise stark angestiegene Strecken der Beutegreifer sind ein großer Faktor für enorm schwindende Niederwildbesätze bei Fasan, Rebhuhn und Hase. Hier hilft nur eins: Ran ans Raubwild. Mit Flinte, Büchse und Falle ins Revier. Wie das funktioniert, hat uns Jan Warnken (34) gezeigt.

Fang Nummer 150: Auch dieser Waschbär konnte dem Kirrgut nicht widerstehen.

Seit der hochgewachsene Niedersachse das rund 780 ha große Revier im Jahr 2018 zwischen Oldenburg und Bremen betreut, gibt es für ihn nur ein Ziel: Prädatoren-Management. Denn dieses wird von den Pächtern bis dato nur nebenbei betrieben. Bereits im ersten Jagdjahr wurden 55 Stück Raubwild mit Waffe und Falle entnommen. Aufgrund der hohen Raubwilddichte in diesem eng besiedelten Gebiet mit zunächst nur elf Betonrohrfallen. Diese wurden an neuralgischen Stellen installiert. Der Erfolg setzt sofort ein.

„Wir müssen auch den Bodenbrütern die Chance geben, sich hier wieder anzusiedeln“, sagt er und nennt ein klares Ziel: je 25 ha Jagdfläche eine Betonrohfalle. Knackpunkt an dieser selbst gesteckten Vorgabe ist der enorme finanzielle Aufwand. Und genau an dieser Stelle wünscht er sich eine deutlich breitere Unterstützung durch diverse Vereinigungen. Im schönsten Bundesland der Welt, zwischen Ems und Elbe, sollte das Niederwild nicht nur einen besonderen Stellenwert besitzen, sondern auch durch gezielte Förderprogramme der Landesverbände wieder aktiv auf die „Läufe“ gestellt werden.

Mehr zum Thema Prädatoren-Management im Niederwildrevier erfahren Sie im Digitalmagazin des Niedersächsischen Jägers in der Ausgabe 07/2022.

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